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05.07.2017 08:23 Alter: 79 days
Kategorie: Startseite

Digitaler Stress: Gesundheitsgefahren ernst nehmen


Arbeiten immer und überall. Was sich so lässig anhört, ist inzwischen zu einem Problem geworden. Denn die Verschmelzung von Berufs- und Privatleben hat nicht, wie anfangs erwartet, zu einer Verbesserung der Work-Life-Balance beigetragen. Im Gegenteil: Ohne Digitalstrategie gefährden Unternehmen ihre Beschäftigten.

Der Personaldienstleister Randstad zeigt mit mehreren Studien, dass es dringend notwendig ist, Mitarbeiter vor digitalen Stress zu schützen. Doch noch steht das Thema in Unternehmen selten auf der Agenda des Arbeitsschutzes. Dabei sind allein schon verlängerte Arbeitszeiten ein Grund, aktiv zu werden. Und diese lassen sich leicht nachweisen.

Die wichtigsten Ergebnisse der Randstad-Studien zu digitalem Stress

68 % der Arbeitnehmer checken auch nach Feierabend berufliche E-Mails oder führen Telefongespräche mit Geschäftspartnern.

59 % der Arbeitnehmer empfinden die Verschmelzung von Berufs- und Privatleben als Belastung.

69 % der Arbeitnehmer sind der Meinung, dass ihr Unternehmen über keine Digitalstrategie verfügt.

Bei der Digitalisierung der Arbeit lauern Gefahren für die Gesundheit

  • Berufliche Tätigkeiten werden vermehrt auch außerhalb der regulären Arbeitszeiten ausgeführt, was zu einer Verlängerung der Arbeitszeit führt.
  • Wer rund um die Uhr auf seine Arbeit zugreifen kann, findet schwer ein Ende und hält seltener Ruhezeiten ein.
  • Auf Dauer kann die ständige Erreichbarkeit Stress verursachen.
  • Eine Überforderung kann zu psychischer Ermüdung, ermüdungsähnlichen Zuständen oder völliger Erschöpfung führen.
  • Regelmäßige und ständige Überlastung kann zu krankheitsbedingten Ausfällen führen. Erste Anzeichen können innere Unruhe, Schlafstörungen oder Antriebslosigkeit sein.

Ein Umdenken beim Arbeitsschutz ist dringend notwendig

Der Arbeitgeber muss betriebliche Regelungen für flexibles und mobiles Arbeiten vorgeben, um den Gefahren der Digitalisierung zu begegnen und die Mitarbeiter vor digitalem Stress zu schützen. Dabei sollten organisatorische oder technische Präventionsmaßnahmen im Vordergrund stehen wie u. a.

  • Ruhe- und Pausenzeiten zu ermöglichen und deren Einhaltung zu kontrollieren.
  • Dauer und Intensität von digitalem Arbeiten zu begrenzen bzw. zu reduzieren.
  • Eine technische Maßnahme einzuführen, wie z. B. E-Mails in Abwesenheitszeiten nicht weiterzuleiten.

Arbeitnehmer von Anfang an beteiligen

Auch beim Thema Digitalisierung geht Arbeitsschutz nur gemeinsam mit allen. Arbeitnehmer müssen von Anfang an Schutzkonzepten beteiligt sein, damit sie diese akzeptieren und anwenden.

Quelle: Haufe Online Redaktion


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