Nachfolgend geben wir einen Überblick über aktuell bestehende Förderprogramme, die bei Erfüllung der jeweiligen Voraussetzung von Auszubildenden und Mitarbeitern in Steuerberaterkanzleien in Anspruch genommen werden können.

Stipendium der Steuerakademie

Die Steuerakademie verfolgt als Fortbildungswerk des Steuerberaterverbandes Thüringen e. V., dem Berufsverband der steuerberatenden Berufe in Thüringen, eine konsequente Nachhaltigkeitsstrategie. Dabei wird besonderer Wert auf die praxisnahe Ausgestaltung des konzeptionellen Unterbaus gelegt.

Ein Baustein aus den projektierten Handlungsfeldern ist, Antworten auf den Fachkräftemangel zu suchen, der durch die demografische Entwicklung in Thüringen besonderes spürbar ist.

Bereits jetzt können nicht mehr alle offenen Stellen der Berufskolleginnen und -kollegen besetzt werden. Diese großen Herausforderungen stehen aber nicht nur unserem Berufsstand bevor. Gesamtgesellschaftliche werden neue Denkansätze gesucht, denn mit alten Handlungsmustern wird eine Lösung nicht zu erreichen sein. Hieraus werden auch Marktchancen für die beratenden Berufe erwachsen. Die betriebswirtschaftliche Beratung der Mandanten wird noch mehr an Bedeutung gewinnen. Annexfelder wie die Fachkräftesicherung, altersgerechte Beschäftigung, Migration und Arbeitsmarktwerkzeuge werden Themen sein, mit denen sich Unternehmen weit intensiver zu beschäftigen haben. Antworten werden vielfach vom Steuerberater/von der Steuerberaterin erwartet. Lassen Sie uns gemeinsam Antworten finden.

Die Appelle des Berufsverbandes an seine Mitglieder, sich ihre Fachkräfte langfristig zu sichern, zeigen Wirkung. Die Notwendigkeit, Ausbildungsplätze anzubieten, Fortbildungen zu ermöglichen und Nachfolgestrategien zu entwickeln, ist weitgehend erkannt.

Aus diesen Leitgedanken ist die Idee erwachsen, das Stipendium der Steuerakademie Thüringen zu initiieren.

Zur Ausschreibung


Förderung des Steuerfachwirtlehrgangs über Aufstiegs-BAföG (www.aufstiegs-bafoeg.de)

Diese Fördermöglichkeit kann u.a. für die Fortbildung zum Steuerfachwirt oder Bilanzbuchhalter und die Teilnahme an den entsprechenden Prüfungen in Anspruch genommen werden. Gefördert werden sowohl Vollzeit- als auch Teilzeitmaßnahmen. Die Förderung beinhaltet Zuschüsse wie auch zinsgünstige Darlehen und ggf. einen Zuschuss zum Lebensunterhalt der sogenannte Maßnahmebeitrag für Lehrgangs- und Prüfungsgebühren beträgt bis zu 15.000 €. Davon werden 40 % als Zuschuss geleistet. Für den Rest kann ein zinsgünstiges Bankdarlehen in Anspruch genommen werden. Für den Beitrag zum Lebensunterhalt gelten gesonderte Regelungen. Ab dem 1. August 2016 wurde die Förderung durch höhere Fördersätze weiter verbessert. Das Aufstiegs-BAföG umfassst nun auch Fördermöglichkeiten für Bachelorabsolventen. Studienabbrecher, die in eine betriebliche Ausbildung wechseln, können mit bestimmten Vorqualifikationen künftig die Aufstiegsförderung erhalten. Auskünfte und Anträge erhalten Sie über das

Thüringer Landesverwaltungsamt  l  Weimarplatz 4  l  99423 Weimar

Ansprechpartner
(Sprechzeiten: Dienstag und Donnerstag von 8:30 bis 12:00 Uhr und von 13:30 bis 15:30 Uhr)

Frau Friedrich 

(allg. Fragen) 

0361 37737-533

Frau Schwarz

(allg. Fragen) 

0361 37737-079

Herr Siedemann

(A bis I)

0361 37737-256

Herr Mooz

(J bis O)

0361 37737-197

Frau Ulrich 

(P bis Z)

0361 37737-232


Förderung durch die Arbeitsagentur

Seit August 2007 ist die Steuerakademie Thüringen als Träger für die Förderung der beruflichen Weiterbildung nach dem Recht der Arbeitsförderung zugelassen. Damit ist eine Teilnahme am Bildungsgutscheinverfahren möglich geworden.

Daneben erfüllen die Lehrgänge die Voraussetzungen der Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung Arbeitsförderung (AZAV). Das bedeutet, dass je nach den persönlichen Voraussetzungen des Antragstellers bzw. der Antragstellerin eine Förderung der Lehrgangskosten durch die für den Arbeitgeber zuständige Agentur für Arbeit möglich ist. Darüber hinaus können den Arbeitgebern Zuschüsse zum Arbeitsentgelt für den Zeitraum der Freistellung des Arbeitsnehmers/der Arbeitnehmerin von der Arbeit für die Weiterbildung gezahlt werden. Arbeitnehmer erhalten unter Umständen neben den Lehrgangskosten auch einen Zuschuss zu den Fahrtkosten.

Programm WeGebAU

Diese Förderung (WeGebAU: Weiterbildung Geringqualifizierter und beschäftigter älterer Arbeitnehmer in Unternehmen) soll eine Anschubfinanzierung für die Weiterbildung insbesondere in kleineren und mittleren Unternehmen darstellen. Gefördert werden können Personen, die von ihren Arbeitgebern für die Dauer einer Qualifizierung unter Fortzahlung des Arbeitsentgelts freigestellt werden. Bei Beschäftigten, die das 45. Lebensjahr vollendet haben, tragen die Agenturen für Arbeit bis zu 75 % der Lehrgangskosten. Die verbleibenden Kosten sind vom Betrieb und/oder dem Arbeitnehmer zutragen. Bei jüngeren Beschäftigten ist eine Förderung nur möglich, wenn der Betrieb mindestens 50 % der Lehrgangskosten übernimmt Arbeitgeber können für die berufliche Weiterbildung ihres Arbeitnehmers einen Zuschuss zum Arbeitsentgelt erhalten, wenn ein ungelernter Beschäftigter im Rahmen des bestehenden Arbeitsverhältnisses unter Fortzahlung des Arbeitsentgeltes einen anerkannten Berufsabschluss oder eine berufsanschlussfähige Teilqualifikation erwirbt und wegen der Teilnahme an der Maßnahme die Arbeitsleistung ganz oder teilweise nichterbringen kann. Der Arbeitsentgeltzuschuss kann bis zur Höhe der weiterbildungsbedingt ausgefallenen Arbeitszeit erbracht werden.
Interessierte Arbeitgeber wenden sich bitte direkt an den Arbeitgeberservice der zuständigen Agentur für Arbeit.
www.arbeitsagentur.de/weiterbildung

Berufsausbildungsbeihilfe

Die Agentur für Arbeit zahlt Auszubildenden eine Berufsausbildungsbeihilfe, wenn sie während der Berufsausbildung nicht bei den Eltern wohnen und der Ausbildungsbetrieb vom Elternhaus nicht in angemessener Zeit erreicht werden kann. Bei Auszubildenden, die über 18 Jahre alt sind, verheiratet oder in einer Lebenspartnerschaft verbunden sind oder waren oder mit mindestens einem Kind zusammenleben, spielt die Frage nach der Entfernung des Ausbildungsbetriebes vom Elternhaus keine Rolle. Die Höhe der Berufsausbildungsbeihilfe richtet sich nach der Art der Unterbringung, der Höhe der Ausbildungsvergütung des Auszubildenden und dem Jahreseinkommen der Eltern und des Ehegatten bzw. Lebenspartners. Der Höchstbedarf für den Lebensunterhalt beträgt 572 Euro. Die Teilnahme an einer Bildungsmaßnahme, die auf die Aufnahme einer Berufsausbildung vorbereitet oder der beruflichen Eingliederung dient, wird einkommensunabhängig gefördert. Dabei werden Lehrgangskosten, notwendige Fahrkosten und Kinderbetreuungskosten unabhängig vom Einkommen teilweise pauschaliert übernommen. In besonders gelagerten Fällen ist die Förderung mit Berufsausbildungsbeihilfe auch während einer Zweitausbildung noch möglich.
www.arbeitsagentur.de/berufsausbildungsbeihilfe

Ausbildungsbegleitende Hilfen

Junge Menschen können begleitend zu einer betrieblichen Berufsausbildung ausbildungsbegleitende Hilfen erhalten, wenn sie zusätzliche Unterstützung benötigen, um eine betriebliche Berufsausbildung beginnen, fortsetzen oder erfolgreich abschließen zu können. Ausbildungsbegleitende Hilfen werden von Bildungsträgern im Auftrag der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters angeboten. Unterstützt werden Maßnahmen, die über betriebs- und ausbildungsübliche Inhalte hinausgehen, z. B. Abbau von Sprach- und Bildungsdefiziten, Förderung der Fachpraxis und Fachtheorie sowie sozialpädagogische Begleitung. Diese können nach Abbruch einer betrieblichen Berufsausbildung bis zur Aufnahme einer weiteren betrieblichen oder außerbetrieblichen Berufsausbildung oder nach erfolgreicher Beendigung einer mit ausbildungsbegleitenden Hilfen geförderten betrieblichen Berufsausbildung bis zur Begründung oder Festigung eines Arbeitsverhältnisses fortgeführt werden. Ausbildungsbegleitende Hilfen können bereits während einer Einstiegsqualifizierung erbracht werden.
www.arbeitsagentur.de/ausbildung

Ausbildungszuschuss

Arbeitgeber können unter bestimmten Voraussetzungen für die betriebliche Aus- oder Weiterbildung von behinderten und schwerbehinderten Menschen durch Zuschüsse zur Ausbildungsvergütung gefördert werden. Der Zuschuss wird für die gesamte Ausbildungszeit gezahlt. Bei der Übernahme eines schwerbehinderten Menschen in ein Arbeitsverhältnis nach abgeschlossener Aus- oder Weiterbildung kann ein Zuschuss für die Dauer von einem Jahr erbracht werden.
www.arbeitsagentur.de/ausbildung


Bildungsgutschein

Diese Fördermöglichkeit spielt im Bereich der betrieblichen oder überbetrieblichen Umschulung eine Rolle. Die Teilnahme an einer beruflichen Weiterbildung muss notwendig sein, um Arbeitnehmer bei Arbeitslosigkeit beruflich einzugliedern, eine konkret drohende Arbeitslosigkeit abzuwenden oder weil die Notwendigkeit einer Weiterbildung wegen fehlenden Berufsabschlusses anerkannt ist. Bei Vorliegen der Förderungsvoraussetzungen erhält der Arbeitnehmer von der Agentur für Arbeit oder dem Jobcenter einen Bildungsgutschein ausgehändigt. Der Bildungsgutschein weist u. a. das Bildungsziel, die zum Erreichen des Bildungsziels erforderliche Dauer und den regionalen Geltungsbereich aus. Unter den im Bildungsgutschein festgelegten Bedingungen kann der Gutscheininhaber den Bildungsgutschein bei einem für die Weiterbildungsförderung zugelassenen (zertifizierten) Träger seiner Wahl einlösen. U. a. werden übernommen: Lehrgangskosten, Fahrkosten, Kosten für auswärtige Unterkunft und Verpflegung, Kinderbetreuungskosten. Bei Vorliegen der Voraussetzungen wird auch während der Weiterbildung Arbeitslosengeld (fort)gezahlt.
www.arbeitsagentur.de/bildungsgutschein


Bildungsprämie

Einen Prämiengutschein erhalten Weiterbildungsinteressierte, die erwerbstätig sind und deren zu versteuerndes Jahreseinkommen 20.000 beziehungsweise 40.000 Euro nicht übersteigt. Auch Mütter und Väter in Elternzeit oder Personen in Pflegezeit können einen Prämiengutschein bekommen. Übernommen wird die Hälfte des Teilnahmeentgeltes für Maßnahmen, maximal 500 Euro. Der Prämiengutschein kann jährlich beantragt werden.
www.bildungsprämie.info


Weiterbildungsscheck (ESF) durch die GFAW

Gefördert werden Vorhaben zur individuellen Weiterbildung von sozialversicherungspflichtig Beschäftigten (Weiterbildungsscheck). Nicht gefördert werden Beschäftigte oder Bedienstete juristischer Personen des öffentlichen Rechts. Die Förderung erfolgt als Projektförderung in Form eines nicht rückzahlbaren Zuschusses. Die Finanzierung der zuwendungsfähigen Ausgaben erfolgt als Festbetragsfinanzierung. Zuwendungsfähig sind die Ausgaben für die individuelle Weiterbildung bis zur Höhe von 500,00 €.

Regeln: Das Unternehmen des Beschäftigten muss in Thüringen ansässig sein. Das zu versteuerndes Jahreseinkommen des Beschäftigten liegt zwischen 20.000 Euro und 40.000 Euro (bei gemeinsam Veranlagten zwischen 40.000 Euro und 80.000 Euro). Eine Förderung mit dem Weiterbildungsscheck ist alle zwei Kalenderjahre möglich. Der Lehrgang, bei welchem der Weiterbildungsscheck eingelöst werden soll, muss von einem geeigneten Weiterbildungsträger angeboten werden und der Vermittlung von Kenntnissen, Fähigkeiten oder praktischen Fertigkeiten für die Ausübung der beruflichen Tätigkeit des Zuwendungsempfängers dienen. Die qualitative Eignung des Weiterbildungsträgers kann durch eine bereits vorhandene staatliche Anerkennung oder Zertifizierung belegt werden. So wird für Träger, deren Angebote im Internetportal KURSNET der Bundesagentur für Arbeit gelistet sind, oder die Qualitätsmaßstäbe für die Weiterbildungsanbieter im Rahmen der Bundesbildungsprämie erfüllen, die Eignung grundsätzlich anerkannt. Die Förderung ist formgebunden bei der GFAW vor der verbindlichen Anmeldung zum Weiterbildungsvorhaben zu beantragen. Die Zuwendung kann nur gewährt werden, wenn die Gesamtfinanzierung des Vorhabens sichergestellt ist und der Antragsteller die Gewähr für eine ordnungsmäße Durchführung und Abrechnung des Vorhabens bietet. Eine Zuwendung soll insbesondere dann nicht erfolgen, wenn

  •     gegen den Antragsteller ein Insolvenzeröffnungsverfahren anhängig ist,
  •     gegen den Antragsteller ein Insolvenzverfahren eröffnet wurde oder
  •     eine Eintragung des Antragstellers im Schuldnerverzeichnis nach Maßgabe des § 882b ZPO besteht.

Die Auszahlung der Zuwendung erfolgt nach Beendigung des Weiterbildungsvorhabens sowie der Prüfung des Verwendungsnachweises. Der Verwendungsnachweis besteht aus einer Bescheinigung über die Teilnahme an dem Weiterbildungsvorhaben, der Angabe der tatsächlichen Anwesenheit des Zuwendungsempfängers sowie der Rechnung des Weiterbildungsanbieters.
www.gfaw-thueringen.de


Weiterbildungs- und Aufstiegsstipendium

Das Weiterbildungsstipendium der Stiftung Begabtenförderung berufliche Bildung unterstützt junge Menschen, die ihre Berufsausbildung besonders erfolgreich abgeschlossen haben, bei ihrer weiteren beruflichen Qualifizierung. Ziele des Aufstiegsstipendiums sind die weitere Qualifizierung von Fachkräften, die Unterstützung eines Studiums insbesondere für beruflich besonders Begabte ohne schulische Hochschulzugangsberechtigung sowie die Steigerung der Durchlässigkeit zwischen beruflicher und akademischer Bildung.
www.sbb-stipendien.de


Thüringer Bildungsfreistellungsgesetz

Lernen endet deshalb nicht mehr nach der Schule oder der Ausbildung, sondern Lernen ist eine lebenslange Herausforderung. Mit dem Bildungsfreistellungsgesetz hat Thüringen eine wichtige Voraussetzung für den notwendigen Wissenserwerb geschaffen. Am 1. Januar 2016 ist das Thüringer Bildungsfreistellungsgesetz (ThürBfG) in Kraft getreten. Beschäftigte in Thüringen haben einen Anspruch darauf, sich zur Weiterbildung von ihrem Arbeitgeber an bis zu fünf Tagen pro Jahr freistellen zu lassen. Die Freistellung erfolgt unter Fortzahlung des Arbeitsentgeltes. Bildungsfreistellung ist in anderen Ländern als „Bildungszeit“, „Bildungsurlaub“ oder „Arbeitnehmerweiterbildung“ bekannt. Informationen für Arbeitnehmer und Arbeitgeber zur Antragstellung und die Übersicht der bereits anerkannten Bildungsveranstaltungen finden Sie auf der Seite des Thüringer Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport.

Für die Vorbereitungslehrgänge auf die Prüfungen zum Steuerfachwirt sowie Fachassistent Lohn und Gehalt der Steuerakademie Thüringen können Mitarbeiter der Steuerkanzleien Bildungsfreistellungsurlaub bei ihrem Arbeitgeber beantragen, da diese vom TMBJS anerkannt worden sind.

 

Neben den oben genannten bestehen weitere Fördermöglichkeiten. Eine umfassende Übersicht ist auf der Homepage des Bundesinnenministeriums für Wirtschaft und Energie zu finden.

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