TMBJS: Keine Kindernotbetreuung für Angehörige der steuerberatenden Berufe in Thüringen

Das Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport hat die Bitte des Steuerberaterverbandes Thüringen an Bildungsminister Holter sowie an Ministerpräsident Bodo Ramelow, Finanzministerin Heike Taubert und Wirtschaftsminister Tiefensee abgelehnt, die Angehörigen der steuerberatenden Berufe und deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Kanzleien in den Kreis der Berufsgruppen aufzunehmen, die als systemrelevant gelten und deren Kinder in der Notbetreuung aufgenommen werden.

Das Bildungsministerium begründete die Ablehnung mit Kapazitätsgrenzen in der Kindernotbetreuung, die bereits vorlägen oder in Kürze erreicht werden könnten.

Präsidentin Andrea Recknagel zeigte sich tief enttäuscht: "Anders als in Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Bayern, wo Steuerberaterinnen und Steuerberater zur kritischen Infrastruktur gezählt werden, versagt der Freistaat Thüringen diese Anerkennung. Trotz des unterstützenden Schreibens der Thüringer Finanzministerin Heike Taubert, der ich herzlich danke, ist dem  Bildungsministerium offensichtlich nicht bewusst, wer in den vergangenen Wochen den Unternehmen bei der Beantragung der Soforthilfen, Darlehen, Stundungen mit Rat und Tat zur Seite stand und weiterhin steht. Aktuell müssen immer mehr Unternehmen Kurzarbeit beantragen. Das kommt direkt mit weiter erhöhtem Arbeitsaufkommen in den Kanzleien an. Hier wurde ein Chance vertan, denen Entlastung zu verschaffen, die als Organe der Steuerrechtspflege wesentlich dazu beitragen, dass einerseits wirtschaftliche Existenzen gesichert werden und andererseits der Staat pünktlich über korrekte Einnahmen aus Steuern und Abgaben verfügen kann."

Zum Antwortschreiben des Thüringer Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport

Zum Wortlaut des Schreibens an den Thüringer Ministerpräsidenten Bodo Ramelow

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